Workshop Programm 2022

PAK Berlin

Thesendiskussion
keine Vorkenntnisse

Kapitalismusbefürworter*innen behaupten, Kapitalismus sei die beste Wirtschaftsform, um die Bedürfnisse der Menschen zu befriedigen. Dies ließe sich beispielsweise an Hand der vollen Schaufenster beweisen. Diese Behauptung soll im Workshop widerlegt werden.
Dazu wollen wir uns in diesem Workshop anschauen, welche Rolle die Bedürfnisse der (meisten) Menschen im Kapitalismus spielen und warum die Schaufenster zwar voll sind, die Taschen vieler aber leer bleiben.
Um das zu verstehen werden wir uns die Rolle, die das Privateigentum dabei spielt anschauen - denn dabei geht es um viel mehr als den Schutz des eigenen Fahrrads.
Zu guter Letzt werden wir auf das Klassenverhältnis zu sprechen kommen, das notwendig zum Kapitalismus gehört. Dabei werden wir uns anschauen, was es für die Menschen bedeutet, der einen oder der anderen Klasse anzugehören.
Unsere These: Die Bedürfnisse der Menschen kommen im Kapitalismus zwar schon vor, allerdings sehr schlecht weg.

PAK Berlin

Vortrag und Diskussion

Vorletztes Jahr haben Greta Thunberg und Luisa Neubauer in einem offenen Brief an
die Weltpolitiker geschrieben: "Das Ziel, ein Wirtschaftssystem, das von Natur
aus die Klimakrise anheizt, zu 'retten', um Klimaschutzmaßnahmen zu finanzieren,
ist genauso absurd, wie es klingt. Unser derzeitiges System ist nicht 'kaputt' -
das System tut genau das, wofür es gedacht und konzipiert ist. Es kann nicht
mehr 'repariert' werden. Wir brauchen ein neues System". Diese radikale Aussage,
die es so ähnlich auch als Demoparole oder als Mahnung von Klimaforschern gibt,
wird leider praktisch nie weiter ausgeführt und hat deswegen wenig
Überzeugungskraft. Im Workshop wollen die Frage, wie denn Kapitalismus und
Klimawandel zusammenhängen, mit Inhalt füllen und dabei auch falsche
Vorstellungen darüber widerlegen.

 

PAK Berlin

Diskussionsrunde

keine Vorkenntnisse


Dieser Workshop ist dafür da, im Stile eines Lesekreises einen Einstieg in das Kapital von Karl Marx zu finden. Dafür möchte ich mit euch anhand von Zitaten versuchen, das Wesentliche aus dem ersten, wenn wir mehr schaffen, auch den ersten drei Kapiteln zu diskutieren. These zum Workshop: Im Kapital hat Marx den Kapitalismus richtig und grundsätzlich erklärt. Aktuell war das Buch zu seiner Entstehungszeit genauso wie heute, weil weiterhin die gleichen Prinzipien kapitalistischer Produktionsweise gelten. Bereits im ersten Kapitel des Buches stecken ausreichend Argument um eine Gegnerin des Kapitalismus zu werden. Ich würde gerne mit euch ins Buch reinlesen, in der Hoffnung, dass das Lust aufs Weiterlesen macht.

PAK Berlin

Diskussionsrunde

keine Vorkenntnis

Lockdown, Ausgangsperre, Besuchsverbot. Seit das neuartige Corona-Virus von der Politik als reale Gefahr anerkannt wurde, reagierte diese mit umfassenden Einschränkungen. Diese wurden von der Mehrheit der Bevölkerung für sinnvoll gehalten, von einigen aber auch scharf kritisiert. In diesem Workshop soll es aber nicht um die Pandemie und ihre sinnvolle Bekämpfung gehen. Stattdessen sollen Schlüsse über grundsätzlichen Charakter und Inhalt der Grundrechte gezogen werden, die der Staat einerseits gewährt, aber eben auch – wenn es ihm notwendig scheint - beschränkt. Persönliche Freiheit, was heißt das eigentlich? Berufsfreiheit, wozu eigentlich? Diese und andere Freiheitsrechte möchte ich mit euch diskutieren, ebenso wie die grundsätzliche Frage, was es eigentlich mit dem Gewähren und Beschränken auf sich hat.

Gruppen gegen Kapital und Nation

Vortrag und Diskussion
keine Vorkenntnisse

Bitcoin ist erste verbreitete Kryptowährung. Von allen anderen existenten Währungen unterscheidet
es sich dadurch, dass es nicht durch einen Staat geschaffen wurde, sondern als private Initiative
entstand, und zwar ganz explizit als Konkurrenz zu den staatlichen Geldern dieser Welt. Bitcoin
verspricht Schutz vor Inflation durch eine strikt begrenzte Menge an "coins" die jemals geschaffen
werden können (anders als bei staatlichen Geldern). Der Austausch soll dezentral zwischen den
Beteiligten möglich sein, ohne Banken oder ähnliche Institutionen als Vermittler oder den Staat als
Garanten der Geschäfte zu benötigen. Außerdem sollen die Transaktionen anonym möglich sein.
Lange Zeit war Bitcoin ein Projekt, das außer irgendwelchen Nerds niemand wirklich
wahrgenommen, geschweige denn als Geld ernstgenommen hat. Aber seit einigen Jahren hat sich
das geändert. Bitcoin wird zumindest als interessante Geldanlage wahrgenommen, was sich im
steigenden Kurs niederschlug. Auch Banken als traditionelle Finanzunternehmen fangen an, ihren
Kund*innen Transaktionen in Bitcoin zu ermöglichen. In Einzelfällen lässt sich Bitcoin sogar bei
Warenkäufen als Geld einsetzen. Parallel zum Erfolg von Bitcoin wurden weitere Kryptowährungen
geschaffen, teils nach dem Muster von Bitcoin, teils als sogenannte "stable coins". Zusätzlich
entstand um diese Digitalwährungen ein ganzes Ökosystem von Tauschbörsen und anderen
Dienstleistern.
Im Workshop wollen wir diskutieren, was es mit diesen ganzen Kryptowährungen ökonomisch auf
sich hat. Weswegen haben sie einen Boom hinter sich, der den Wechselkurs von Bitcoin von
wenigen US-Dollar im Jahr 2012 auf 64.000 Dollar im letzten Dezember steigen ließ? Und woher
kommt die Krise, die die Kryptowährungen derzeit erleben? Was unterscheidet Kryptowährungen
von konventionellen Währungen? Und wie verhalten sich die Staaten eigentlich zu einem Ding, das
ganz explizit als Konkurrenz zu ihren eigenen etablierten Währungen geschaffen wurde?
Der Workshop wird keine technischen Fragen behandeln. Uns interessiert nicht, mit welchen
Algorithmen sichergestellt wird, dass nicht zu viele Bitcoins "geschürft" werden. Wir wollen auch
nicht diskutieren, wie genau die Blockchain funktioniert, die den dezentralen Austausch von
Bitcoins ermöglicht. Wir meinen, dass mensch nicht in die technischen Details einsteigen muss, um
zu überlegen, was Kryptowährungen ökonomisch eigentlich sind. Und das halten wir für die
eigentlich interessante Frage bei diesem Phänomen.

Gruppen gegen Kapital und Nation

Thesendiskussion
keine Vorkentnisse, bzw. bisschen Kapitalismuskritik wäre hilfreich

Es ist kein Geheimnis, dass die Art und Weise wie Dinge im Kapitalismus
produziert werden für Mensch, Tier und Umwelt ziemlich schädlich sind.
Für Kritiker*innen des Konsums liegt die Lösung nah: Sie selbst und
möglichst alle anderen sollen ethisch korrekt konsumieren. Also
ökologisch, vegan, fair, regional, saisonal und mit möglichst wenig
Plastik einkaufen.
Dabei sehen wir ein Problem: Veränderter Konsum führt nicht zur
Abschaffung der ganzen Misstände, diese haben ihren Grund woanders.
Warum die Konsumkritik also nicht nur falsch, sondern auch schädlich für
eine vernünftige Kritik an der herrschenden Produktionsweise ist, soll
in diesem Workshop diskutiert werden.

Gruppen gegen Kapital und Nation


Vortrag u. Diskussion
keine Vorkenntnisse

Deutschlands Erinnerungskulturen in Bezug auf den Nationalsozialismus
sind besonders. Während in vielen Nationen versucht wird, ein positives
Bild der „eigenen“ Nationalgeschichte zu zeichnen, dominiert in der BRD
mittlerweile das aktive Erinnern und die Scham über die Taten Deutscher.
Auf diese Erinnerungskultur sind viele Deutsche stolz. Warum diese Form
der Erinnerung ebenso wie die rechtsradikale Variante – die einen
Schlussstrich fordert – kritisiert werden sollte, möchten wir
diskutieren. Hierfür möchten wir im Workshop nachzeichnen, wie sich die
Erinnerungskulturen in der BRD nach 1945 gewandelt haben.

Gruppen gegen Kapital und Nation

Vortrag u. Diskussion
keine Vorkenntnisse

Eine der im Augenblick populärsten Verschwörungstheorien geht so: Unter Leitung von Klaus
Schwab treffen sich "die Eliten" jedes Jahr in Davos, um Pläne für die Weltherrschaft zu schmieden.
Im Rahmen des "Great Reset" soll die Bevölkerungsmehrheit enteignet und zweck Bekämpfung des
Klimawandels zu einem Leben am Existenzminimum gezwungen werden, wenn nicht gleich ein
Großteil der Weltbevölkerung mit giftigen Impfstoffen gegen eine nicht-existente Krankheit
ausgerottet werden soll.
An der Stelle könnte mensch sich fragen, wie ein einigermaßen obskurer Wirtschaftsprofessor mit
dreitägigen Konferenzen die Welt beherrschen könnte. Eine Verschwörung, zu deren
Planungstreffen jedes Jahr ca. 3.000 Menschen kommen, erscheint auch uns auch nicht besonders
effizient zu sein, ganz zu schweigen von den Problemen bei der Geheimhaltung.
Andererseits gibt es das World Economic Forum (WEF) tatsächlich und Klaus Schwab hat
Vorstellungen darüber, wie eine bessere gesellschaftliche Ordnung aussehen sollte. Insofern haben
die anfangs zusammengefassten Verschwörungstheorien einen Ansatzpunkt in der Realität.
Wir möchten im Workshop einmal sortieren, was das WEF ist, was es seiner eigenen Darstellung
nach erreichen will und wie das geschehen soll. Anschließend wollen wir uns anschauen, was in den
Verschwörungstheorien aus dieser realen Grundlagen gemacht wird und was an dieser Art Denken
über die Welt so reizvoll ist, dass für viele Leute mit den Stichworten "WEF", "Davos", "Great
Reset" und "Klaus Schwab" schon alles zum Zustand der Welt gesagt ist.

Cordula Trunk

Vortrag und Diskussion

Die Referent*in geht der Frage nach wieso das Geschlechterverhältnis so
unausgewogen ist, wenn es um theoretische Arbeit geht. Sei es in der
Uni, bei Vorträgen und Diskussion oder beim linken Lesekreis. Was hemmt
Frauen* daran sich in die theoretische Arbeit zu stürzen? Wieso brauchen
wir überhaupt Theorie? Welche Probleme gibt es vielleicht von Seiten der
Theorie selbst und was ist ein "intellektueller" Habitus? Und was hat
das alles mit Reproduktions- und Produktionsspähre und dem Subjekt -
Objekt - Verhältnis zu tun?

Aus einer theoretisch-praktischen Perspektive wird sich diesen
Phänomenen und Fragen genähert, "mensplaining" und "hepeating" erklärt
und im Anschluss daran können praktische Vorschläge für die Verbesserung
der Situation diskutiert werden. Der Vortrag versteht sich als Teil der
feministischen Theoriebildung und möchte vor allem Frauen* ermutigen
sich kritisch mit Theorie auseinanderzusetzen. Unterfüttert wird das
Ganze mit teils lustigen, teils traurigen Beispielen aus 10 Jahren
praktischer Erfahrung mit theoretischer Arbeit.

* Frauen steht für all jene, die sich in dieser Kategorie
verorten und/oder die in solche gesteckt werden.

 

Cordula Trunk

Vortrag und Diskussion

Von Frau zu FLINTA und zurück? Der Streit um das "richtige" Subjekt ist so alt wie die feministische Bewegung selbst. Doch warum wird immer wieder über das Subjekt gestritten? Was hat es mit dem Subjekt auf sich, dass es immer wieder zentraler Diskussionspunkt innerhalb der feministischen Bewegungen ist? Der Vortrag basiert auf der Dissertation von Cordula Trunk, in der sie die Subjektbegriffe der deutschen feministsichen Bewegungen anhand zweier zentraler Debatten erforscht: Der Sex-Gender-Debatte (1993) und der Queer vs. Feminismus-Debatte (2011). Vom Kollektiv Subjekt Frau (2. Welle), zu queeren Subjekten (3.Welle) hin zu aktuellen Subjekkonstruktionen fragt sie: Wie ist Emanzipation und Widerstand gegen Ausbeutung und Herrschaft in den jeweiligen Subjekt-Begriffen denkbar. Ziel ist es sich der eigenen feministischen Geschichte ein wenig mehr bewusst zu werden und daraus Wissen und Kraft für den Streit, um eine bessere Zukunft für alle zu ziehen.

Lisa Yashodhara Haller

Vortrag

Im Zentrum feministischer Materialismen steht die Frage, wie die kapitalistische Wirtschaftsweise soziale Verhältnisse formt, unter denen Menschen bezüglich ihrer Arbeitsteilung – und der auf sie ausgerichteten Geschlechterbeziehungen – immer wieder aufs Neue in Konflikte geraten. Auch wenn Menschen für ihr Zusammenleben zunehmend veränderte Formen wählen, zeigt unter anderem die anhaltende Diskussion um das sogenannte „Vereinbarkeitsdilemma“, dass die Verwertungslogik des Kapitals tief in lebensweltliche Entscheidungen und Sozialverhältnisse hineinwirkt, ihnen aus einer materialistischen Perspektive gar eigen erscheint. Offensichtlich hängt die anhaltend vorherrschende Geschlechterordnung mit der Strukturlogik des Kapitals zusammen. Denn es wird wohl kaum Zufall sein, dass gerade jene Tätigkeiten mehrheitlich von Frauen verrichtet werden, die innerhalb der herrschenden Wirtschaftsordnung in den privaten Bereich verlagert sind. Hier zeigt sich auch in Mitteleuropa eine beeindruckende historische Kontinuität, die sich in ähnlicher Weise in allen sozialen Milieus feststellen lässt. Aus dieser Perspektive lässt sich in aktuellen Debatten eine seltsam anmutende Frontstellung beobachten: Auf der einen Seite liberale Feminismen, die durch ihre Verleugnung notwendiger Fürsorge weibliche „Freiheit“ zu demonstrieren versuchen. Auf der anderen Seite konservative Feminismen, die für eine Aufwertung eben dieser Fürsorge kämpfen, teils getragen von Essentialisierungsphantasien. Inwiefern verdeutlicht dies, dass eine Emanzipation unter den Vorzeichen der kapitalistischen Wirtschafts-weise zumindest eine ganz besonders große Herausforderung darzustellen scheint?
Weil Freiheit erst dann entsteht, wenn Menschen verbindliche Fürsorgeverantwortung füreinander übernehmen, möchten wir gemeinsam mit Lisa Yashodhara Haller einen gesellschaftskritischen Blick auf die Vermittlungszusammenhänge zwischen Staat, Geschlecht und Kapital werfen. In ihrem Vortrag wird sie diese Zusammenhänge verdeutlichen und aufzeigen, wie die Bearbeitung des kapitalistischen Strukturproblems durch den Staat erfolgt, der dieses seinerseits nicht löst, sondern mittels staatlicher Steuerungsinstrumente in den Bereich der vermeintlich privaten Paarbeziehung verlagert.

NaturfreundeJugend, Walli

Vortrag und Diskussion

keine Vorkenntnisse

"System Change not Climate Change? Das System Kapitalismus und die sozial-ökologische Krise"
Was ist eigentlich die sozial-ökologische Krise, in der wir uns befinden? Und wenn System Change not Climate Change, dann welches System? Wir werfen einen Blick auf die Begriffe von ‘Gesellschaft’ und ‘Natur’, die Entstehungsgeschichte des Kapitalismus und seine grundlegenden Funktionsmechanismen. Es wird aufgezeigt, warum die kapitalistische Warenproduktionen immer weiterwachsen muss und Unternehmen, Staat und Politik diesem Wachstumszwang folgen müssen. Am Ende steht immer die Frage, was wir tun können. System Change statt Climate Change? Oder ist schon Ende Gelände beim Klima?

Paul Kraut

Vortrag
keine Vorkenntnisse

"Im Vollzug der Freiheitsstrafe soll der Gefangene fähig werden, künftig in sozialer Verantwortung ein Leben ohne Straftaten zu führen (Vollzugsziel). Der Vollzug der Freiheitsstrafe dient auch dem Schutz der Allgemeinheit vor weiteren Straftaten." /(§ 2 Strafvollzugsgesetz)/

"[...] Das Statistische Bundesamt nennt Rückfallquoten zwischen 20 und mehr als 50 Prozent innerhalb von drei Jahren. Der Durchschnitt liege bei 34 Prozent. Auffällig sind die Unterschiede je nach Straftat: Demnach wird mehr als jeder Zweite, der wegen Raubes einsaß, erneut straffällig. [...]" /(BNN, 13.05.2021)
Die gesellschaftliche Aufgabe des Gefägnisses lautet heutzutage "Resozialisierung". Doch hohe "Rückfallquoten" beschäftigen Soziolog:innen, Kriminolog:innen und Sozialarbeiter:innen schon seit langem. Es stellt sich die Frage warum die Institution Gefängnis überhaupt weiterhin exisitiert, obwohl sie offenkundig die in sie gesetzten gesellschaftlichen Erwartungen nicht erfüllen kann?
Historisch betrachtet löste die Praxis des Einsperrens und die institutionalisierte Form dieser Praxis – das Gefängnis – die feudale Strafpraxis der Markierung der Delinquenten mittels körperlicher Züchtigung ab und setzten sich dann in der bürgerlichen Gesellschaft als dominante Form des Strafens durch. Der Vortrag will in einem ersten Schritt diese „Geburt des Gefängnisses“ in losem Rückgriff auf Michel Foucault Studie „Überwachen und Strafen“ nachzeichnen, um dann in einem zweiten Schritt den Versuch zu unternehmen Foucaults Ansatz mithilfe der Marx’schen Kritik der Warenform und der von Eugen Paschukanis versuchten Kritik der Rechtsform dialektisch-materialistisch zu interpretieren. Es soll die These untermauert werden, dass das Gefängnis in einer Gesellschaftsformation, in der alle Produkte menschlicher Arbeit zu Waren und alle konkreten Menschen zu Rechtssubjekten werden, die dieser Gesellschaft adäquate Form der Strafe ist. Demnach würde sich ergeben, dass wer Gefägnisse abschaffen will die aktuelle Gesellschaft grundlegend ändern wollen muss und vice versa.
Für das Verständnis des Vortrags sind Grundkenntnisse der Marx’schen Kritik der politischen Ökonomie von Vorteil, wenn auch nicht zwingend erforderlich. Aufgelockert wird das Ganze mit Passagen aus Werken der wohl einzig orginär anarchistischen Prosagattung: Dem Gefängnistagebuch.
Neben der theoretischen Debatte kann im Anschluss auch noch über praktische Interventionsmöglichkeiten in und gegen die "Knastgesellschaft" gesprochen werden.

Oh Mann ey!

Workshop
keine Vorkenntnis

Oft tauchen beim Thema Abtreibung, Protesten gegen Lebensschützerinnen etc. keine oder kaum Cis-Männer in der Organisation oder auf den Veranstaltungen auf. Außerdem bemängeln betroffene Personen, dass sie sich im Falle einer (ungewollten) Schwangerschaft oft alleine gelassen fühlen und keine oder unzureichende Unterstützung von ihren Partnerinnen oder anderen Personen in ihrem Umfeld erhalten.
Hieraus lässt sich ableiten, dass es zu wenig Auseinandersetzung, von unter anderem Cis-Männern, mit Schwangerschaft und Abtreibung gibt. Dies soll dieser Workshop ändern In maximal fünf Stunden möchten wir uns gemeinsam mit den rechtlichen, medizinischen und politischen Aspekten rund um Abtreibung und "Pro-Choice" beschäftigen. Außerdem soll es darum gehen, wie wir gute Verbündete mit Menschen in Situationen von Schwangerschaft und -abbruch sein können, sowie Möglichkeiten des politisch-gesellschaftlichen Handelns erarbeitet werden.
Der Workshop wird in deutscher Sprache angeleitet und ist aus einer kritisch-männlichen Perspektive von zwei weißen Cis-Männern entwickelt, bezieht sich immer wieder auf diese und wird von zwei Cis-Männern und einer Cis-Frau gehalten.

AMS

Diskussionsrunde

Cis-Männer-frei

Nur weil wir nicht zu der Gruppe der Cis-Männer gehören, heißt es nicht wir haben in dieser Gesellschaft nicht selbst etliche sexistische Gedanken und Gewohnheiten angenommen. In diesem Workshop möchte ich mit euch darüber sprechen in welchen Widersprüchen wir uns als Feminist*innen befinden und wie wir mit unserem eigenen Handeln teilweise selbst Sexismus praktizieren und reproduzieren - Nicht nur anderen Personen gegenüber sondern all zu oft auch uns selbst gegenüber.

Dafür möchte ich über die, meiner Einschätzung nach, häufigsten Fälle sprechen:

1. Die eine Frau sein wollen die nicht ist wie die anderen Frauen.

2. Männer attraktiv finden die Männlichkeit verkörpern und performen.

3. Slutshaming unter Frauen

4. Die Selbstbildpflege der „guten Freundin“ die immer für die anderen da ist.

Freunde einer gepflegten Partie Schach

Keine Vorkenntnisse

Ein konstruktiver Beitrag zur Verbesserung der Bewirtschaftung des Immobilieneigentums im Kapitalismus macht Bekanntschaft mit den offenen Armen der Demokratie und kommt an sein gerechtes Ende.

In Berlin machte vor den Bundestagswahlen die genannte Initiative sowohl durch den Erfolg in einem Volksentscheid als auch durch die Hetztiraden ihrer Feinde (Enteignung=Gulag) viel von sich reden. Mittlerweile dümpeln ihre Vertreter:innen trotz der reklamierten Entscheidung der Mehrheit der Berliner:innen für eine Vergesellschaftung der dafür reif befundenen Unternehmen in einer Expert:innenkommission herum, während das Immobilienkapital die Mieter:innen ausquetscht, wie es bei Marxist:innen im Buche steht.

Der Workshop möchte zwei Dinge besprechen: Einerseits, wie die Demokratie erfolgreich Beschwerden über die Zustände in ihr entschärft und vereinnahmt. Andererseits, ob es auch im Falle einer harten Renitenz von “Deutsche Wohnen und Co enteignen“ eine gute Idee ist, für "leistbare" Mieten bei Wohnenden und Kleingewerbehandelnden ohne Betrachtung der dauerhaften fehlenden Leistungsfähigkeit einzutreten. Letztere bleibt nämlich auch in der Idealwelt der Initiative ein Dauerbrenner. Die hier angedeutenen Thesen bzw. Antworten werden Gegenstand der Diskussion sein.

Renate Dillmann

Vortrag und Diskussion

Die Palette der Vorwürfe gegen Russland ist inzwischen um einen weiteren Punkt verlängert worden: Neben dem Bruch des Völkerrechts und diversen Kriegsverbrechen wird die Regierung in Moskau jetzt auch für eine bevorstehende oder bereits laufende Hunger-Katastrophe, vor allem in Afrika, verantwortlich gemacht: der so genannte Korn-Krieg.

Im Workshop soll zunächst untersucht werden, ob die Vorwürfe stimmen und wie die Interessen der beteiligten Parteien aussehen. Im zweiten Teil soll es darum gehen, warum in dieser schönen „regel- bzw. wertebasierten“ Weltordnung überhaupt so viel gehungert wird…

AMS

Vortrag mit Diskussion

Innerhalb der linken Szene und in linken Zusammenhängen ist Sexismus, Männlichkeit und Kritik an den selben seit Jahren Thema, aber scheinbar ändert sind dennoch recht wenig. Vom Frauen* in Diskussionen weniger ernst nehmen, bis hin zu gewalttätigen Übergriffen gegen Frauen* kann man in der Linken alles finden. Wie kann das sein, wenn doch unsere männlichen Genossen selbst sagen sie wollen Feministen oder pro-Feministen sein?

In meinem Vortrag werde ich auf die Anforderungen, vor denen (linke) Männer innerhalb in dieser Gesellschaft stehen, zu sprechen kommen und auch auf die Widersprüche mit denen sie sich rumschlagen müssen.
Ebenso werde ich eine Kritik an einigen üblichen Herangehensweisen linker Männer mit ihren Sexismen und ihrer eigenen Männlichkeit, ihren Bedürfnissen, Wünsche und Vorstellungen formulieren. Am Ende werden wir hoffentlich ein bisschen weiter zu kommen und wenigstens einigen Fallstricken der männlichen linken (Spoiler: oftmals erfolglosen) Auseinandersetzung mit ihren Sexismen, etwas entgegen halten können.

AMS

- Der Vortrag wendet sich an cis-Männer bzw. an Menschen, die überwiegend Männlichkeitsanforderungen internalisiert haben -

Innerhalb der linken Szene und auch beim AMS gibt es eine weitverbreitete und berechtigte Unzufriedenheit mit dem Umstand, dass die Auseinandersetzung und Veränderung von sexistischem Verhalten und Strukturen überwiegend bis ausschließlich von FLINTA-Personen geleistet wird. Von der Kritik „klassischer“ Rollenverteilungen in Orga- und Arbeitsabläufen, über die Reflexion von Rede- und Partyverhalten, bis hin zur Unterstützung betroffener Personen von grenzverletzendem Verhalten und Arbeit mit gewaltausübenden Personen: Linke (vor allem cis-)Männer glänzen meist mit Zurückhaltung, Widerwillen, Planlosigkeit oder Abwesenheit. Warum ist das so?

Ergänzend zum Workshop „Kritik linker Männlichkeit“ am Vormittag, beschäftigt sich der Vortrag ausgehened von erlernten Männlichkeitsanforderungen mit den Widersprüchen zwischen (cis-)Mann sein und sich in einer linken, pro-feministischen Szene zu bewegen. Dabei wird der Übergang vom (cis-)Jungen zum linken (cis-)Mann, die eigene Selbstbildpflege und die Techniken der Heuchelei ebenso Thema sein, wie die Entstehung linker Männerbünde und das allgegenwärtige Scheitern und Einschlafen von „Kritischen Männlichkeits“-Gruppen.

Die genauen Termine der Vorträge erfahrt ihr auf dem Camp. Die ersten Vorträge sind Donnerstag Abend und die letzten Sonntag Nachmittag.

Praxis Workshops

Änni


Workshop, interaktiv

Redebeiträge sind zentrale Elemente auf unseren Demos und Kundgebungen! Kurz vorher wird dann eine Person gesucht, die vorträgt.. viele trauen sich nicht oder haben keine Lust! Und dann sind sie oft ermüdend, weil langwierig oder es ist schwer zu folgen, weil höchst komplex geschrieben, also alles in allem: viel Luft nach oben.
In diesem Workshop wollen wir überlegen was einen ansprechenden Redebeitrag ausmacht, was die Besonderheiten beim Schreiben fürs Sprechen sind, worauf wir beim Vorlesen achten können und was dabei helfen kann mit der unangenehmen Situation (vor vielen Leuten etwas vortragen) umzugehen! Ihr seid auch herzlich Willkommen, wenn ihr noch nie einen Redebeitrag geschrieben oder vorgetragen habt!

 

 

Ignite Kollektive

Workshop
keine Vorkenntnis

Warum reden wir in unseren Zusammenhängen eigentlich so viel davon, dass wir die Polizei ablehnen und rufen sie dann doch immer wieder an? Oder sind komplett ratlos, wie wir ohne sie agieren sollen? Und warum haben wir auch nach all den Jahrzehnten feministischer Kämpfe immer noch keine etablierten Konzepte zum Umgang mit zwischenmenschlicher und sexualisierter Gewalt?
Wir halten es für unabdingbar, unsere theoretische Ablehnung von Polizei und Patriarchat nicht nur als Stickermotive zu verwenden, sondern auch eine Praxis zu entwickeln, die Alternativen sucht und erarbeitet. Wir wollen sowohl einen Umgang mit Gewalt in unseren Zusammenhängen finden, der nicht auf den Prinzipien von Straflogik und staatlicher Gewalt beruht, als auch Verantwortung übernehmen für die Umstände, die auch in emanzipatorischen Gemeinschaften zwischenmenschliche Gewalt ermöglichen.
Wir sehen zwischenmenschliche Gewalt nicht als Ausdruck von Krankheit oder Bösartigkeit, sondern als sozial, also gesellschaftlich gemacht. Die Gesellschaft, in der wir leben, ist zutiefst durchzogen von Herrschaft, Strafe und Gewalt. Wenn wir (sexualisierte) Gewalt in unseren Räumen, Gruppen und Beziehungen beenden wollen, können wir die Augen vor diesen Herrschaftsverhältnissen nicht verschließen.
Daher wollen wir in diesem Workshop mit einigen Überlegungen zu den Zusammenhängen von Patriarchat (geschlechterbezogener Unterdrückung), Staat und Gewalt beginnen, die Logik des Strafens analysieren und schließlich alternative Konzepte zum Umgang mit Gewalt in unseren Gemeinschaften vorstellen.
Dabei wollen wir keinen Masterplan erklären, sondern mit Euch zusammen vorhandene Konzepte kennenlernen, Ideen und Erfahrungen austauschen und Euch anregen, Euch selbst Gedanken zum Thema zu machen. Wir wollen gemeinsam beginnen, in unseren eigenen Umfeldern daran zu arbeiten, zwischenmenschlicher Gewalt ohne den strafenden Staat begegnen zu können und auf Dauer nicht nur Feuerwehrpolitik zu machen, wenn es zu Übergriffen kam, sondern den Umständen, die diese gewaltvollen Verhältnisse erst ermöglichen, ein Ende zu setzen.
Wir versuchen, in dem Workshop möglichst allgemeinverständliche Worte zu benutzen, und Fach- und Szenebegriffe zu erklären. Menschen ohne Vorwissen sind herzlich willkommen!

ANNA (keine Pronomen), SexologicalBodyworker:in (i. A. ISB Berlin)

Workshop

Consent ist wichtig, Consent ist richtig, Consent brauchen wir. "Ja heißt Ja und Nein heißt Nein“. Eindeutig. Theoretisch. Die Praxis erweist sich oft als komplexer, uneindeutiger, v.a. wenn wir die Realitäten und Auswirkungen diverser Machtverhältnisse miteinbeziehen.

- Welche Dynamiken ergeben sich, wenn wir miteinander in Berührung (und Beziehung) gehen?
- Wie zeigen sich Jas und Neins in unseren Körpern, wie können wir diese in Kontakt bringen?
- Wie können wir in Begegnungen, Berührungen und Erfahrungen einladen, die nicht nur "okay" sind, sondern genau das, was wir wollen und begehren?
- Wie können wir Consent komplexer denken und leben, in unseren Körpern und Beziehungen verankern?

In diesem Hands-On-Praxisworkshop, inspiriert von Dr. Betty Martins "The Wheel of Consent", wollen wir uns Zeit nehmen, um verkörperte Perspektiven von/ auf Consent als gemeinsamen Aushandlungsprozess zu erforschen. Nach einem theoretischen Einstieg ins Thema werden wir gemeinsam inberührungsbasierte Erfahrungsräume gehen, und uns immer wieder Raum für Austausch und Reflexionen nehmen/ geben.

Zum fühlend-berührenden Forschen eingeladen sind max. 10 FLINTA*s aka. Frauen, Lesben, inter, non-binary, transPersonen – entscheide gerne selbst, ob du dich diesem Spektrum zugehörig fühlst bzw. ob du der Auffassung bist, dass deine Anwesenheit zur Gestaltung eines saferen spaces beiträgt. Zu Beginn des Workshops werden wir uns darüber verständigen, wie wir den Raum gestalten wollen, sodass sich alle möglichst wohl und sicher fühlen. Tragt gerne bequeme Kleidung und bringt, wenn möglich, ein Kissen mit.

Pigment Kollektiv

Praxis Workshop

Du hast Lust, dich oder deine Kolleg*in zu tätowieren, hast aber keine Ahnung, wie?
Dann kommt zum Workshop!
Wir haben die Materialien, geben einen kurzen Input und stehen euch bei Fragen gern zur Seite. Am besten bereitet ihr ein einfaches, kleines Motiv vor (ca. 5x5cm), aus dem ihr vor Ort ein Stencil machen könnt und es dann tätowiert. Der Workshop findet in einer kleinen Gruppe (10 -15 Menschen) statt und dauert ca. 2 Stunden.

AMS

Praxis Workshop

„oh yeah...hmm, nein….oder doch ja, vielleicht?“ Mitunter ist es gar nicht so einfach, zu fühlen was wir wollen, uns darüber zu verständigen und auszutauschen. Noch schwerer manchmal, wenn wir etwas fühlen, was wir nicht wollen.
Und dann sind unsere Bedürfnisse oft auch nicht gleichbleibend, äußern sich auf verschiedene Arten, mal mehr, mal weniger deutlich.
Gut, dass wir an dieser Stelle nicht verzagen, sondern uns in diesem Praxisworkshop auf die Suche nach Antworten und Lösungen begeben. Gemeinsam werden in Übungen neue Erfahrungen sammeln, diese teilen und voneinander lernen und Strategien für verschiedene Situationen entwickeln. Wir werden uns ermutigen, unsere Empfindungen zu vertreten und herausfinden, was es braucht, um einen vertrauensvollen Raum zu schaffen, in dem wir unseren Partner*innen die Möglichkeit gebgen, das gleiche zu tun.
Der Workshop ist offen für alle. Bitte tragt bequeme Kleidung und bringt eine Decke oder ähnliches mit.