Workshop Programm 2026
Die Titel und Teaser werden kontinuierlich ergänzt Titles and Teaser are continuously updated
Workshop Slots Fr+Sa: 9-11; 11:30-14; 16-18:30
Theorie Workshops
Kritik der Wachstumskritik
Vortrag und Diskussion - kein Vorwissen nötig
Angesichts der inzwischen globalen Naturzerstörung, die die kapitalistische Produktionsweise verursacht und die, nimmt man die Warnungen der Klimawissenschaften ernst, ein Ausmaß erreicht hat, dass größere Teile des Globus unbewohnbar zu werden drohen, wendet die Wachstumskritik gegen den Kapitalismus nicht diese Zerstörung menschlicher Lebensgrundlagen ein, sondern warnt ihn vor seinem Scheitern, indem sie ihm entgegenhält, dass unendliches Wachstum in einer endlichen Welt nicht möglich sei.
Dieses drohende Verhängnis durch übermäßiges Wachstum hält sie Politik und Gesellschaft in von mathematischen Modellen, wie World3 oder Earth4All, errechneten Szenarien vor Augen, die von einer düsteren Zukunft künden, wenn man nicht endlich etwas gegen den Verschleiß der natürlichen Lebensgrundlagen der Menschheit unternimmt.
Die Lösung dieses Problems soll ein Kapitalismus ohne bzw. mit gebremstem Wachstum sein, zu dessen Beschreibung Ulrike Herrmann die Vorstellung einer (britischen) Kriegswirtschaft geeignet erscheint.
Dass bei solchen Vorschlägen mit dem Privateigentum auch die Ursache der Naturzerstörung nicht beseitigt wird, ficht Wachstumskritiker nicht an, sondern ermuntert sie zu Modellen alternativer (Degrowth-) Ökonomien, die das Kapital durch politisch vorgegebene Hebel und Schranken endlich zu einer echten Dienstleistung für die Menschheit machen sollen.
Kritik des Marxismus- Leninismus
Vortrag und Diskussion. Keine Vorkenntnisse nötig.
Lenin konnte sich bei seinem Projekt der Eroberung der politischen Macht durch eine gewaltsame Revolution in jeder Hinsicht auf Marx und Engels berufen, die sein Projekt nicht nur geteilt, sondern ihm auch eine Legitimationsideologie verschafft haben – den historischen und dialektischen Materialismus. Als revolutionäres Subjekt des Unterfangens dem Staat die Gewaltfrage zu stellen, hat der ML das Proletariat vorgesehen. Das sollte nicht wegen seiner ökonomischen Stellung im Kapitalismus als Mittel fremden Eigentums, sondern wegen seiner historischen Mission, die ihm die Geschichte höchstpersönlich aufgegeben hat, den Kapitalismus beseitigen und die Diktatur des Proletariats errichten.
Das so formulierte und legitimierte politische Programm vertreten auch heute noch viele Kapitalismuskritiker und verbringen ihre Zeit nicht mit der Kritik dieser Gesellschaft sondern verwechseln Kritik mit der Suche nach dem revolutionären Subjekt oder dem nostalgischen Blick auf die Sternstunden der Arbeiterbewegung und Versuchen zu deren Reanimation.
Theorie und Praxis sozialistischer Erziehung
Thesendiskussion. Keine Vorkenntnisse nötig.
„Der Befreiungskampf der Arbeiterklasse beginnt nicht erst im politischen und wirtschaftlichen Kampfe der Erwachsenen, der
Befreiungskampf beginnt bei der Erziehung der Arbeiterkinder.“ Kurt Löwenstein in „Die Aufgabe der Kinderfreunde“ 1929
Seitdem Löwenstein diese Worte schrieb, sind fast 100 Jahre vergangen. Sozialistische Erziehung als praktische Umsetzung des „Beginn des Befreiungskampfs“ gibt es immer noch – allerdings inzwischen mehr als Randerscheinung denn als Massenbewegung sowohl in der Linken wie auch in der Pädagogik. Grund genug, sich einmal damit auseinanderzusetzen, mit welchem Programm die „sozialistische Pädagogik“ einmal angetreten ist und wie sich die Pädagogik aktuell ganz praktisch gestaltet. Auf dem Weg
dorthin wollen wir eine Lanze brechen für eine Erziehung durch das Kollektiv für das Kollektiv, mit dem Mythos von „neutraler“ Erziehung aufräumen und klären, ob gesellschaftliche Konflikte eigentlich durch Pädagogik gelöst werden können.
Kriegsbereitschaft – Wie die Regierung für ihr Recht auf Kanonenfutter wirbt
Vortrag und Diskussion. Keine Vorkenntnisse nötig.
Pistorius klärt auf: Der Preis der Freiheit – euer Kriegsdienst am Vaterland Die Bundesregierung macht das Land kriegstüchtig. Dafür gibt sie Milliarden für die Aufrüstung aus und will euch für den Dienst an der Waffe. Auf den wollt ihr euch nicht verpflichten lassen und geht auf die Straße. Großartig – findet das ausgerechnet der Verteidigungsminister. Er hat mitbekommen, dass ihr euch statt Militärdienst und Kriegseinsatz eine andere Zukunft vorstellt. Deshalb wirbt er für die Wehrpflicht – mit drei verkehrten Gedankenschritten: 1. Wenn ihr protestiert, stellt ihr euch nicht einfach gegen die Wehrpflicht, sondern nehmt vor allem die Freiheit dazu wahr, das überhaupt tun zu dürfen. 2. Diese Freiheit gibt’s nur, weil der deutsche Staat sie gewährt und schützt. 3. Wenn der deutsche Staat also in einem kriegsträchtigen Gegensatz v.a. zur russischen Staatsmacht steht, dann verdient er, dass ihr seinen Schutz als euer Anliegen hochhaltet, gegenüber dem alles als unwichtig verblasst, was euch ansonsten wichtig ist. Ziemlich frech, der nette Herr Pistorius: Ihr sollt zu eurer Kritik die unvernünftige Stellung einnehmen, die Erlaubnis, sie zu äußern, als hohen Wert wichtiger zu nehmen als den Inhalt, um den es euch geht. Im Ernst – Ihr sollt dem Wehrdienst zustimmen, weil ihr dagegen demonstrieren dürft?! Und dabei ist allen klar: Pistorius und Kollegen machen von eurer Einsicht überhaupt nichts abhängig – sie reden ja gerade über die Wiedereinführung der Wehrpflicht; die entsprechenden Optionen dafür diskutieren sie untereinander, während sie netterweise eure Kritik erlauben und an sich abprallen lassen. Und damit machen sie total klar, was die wirkliche Reihenfolge von staatlichem Gewaltbedarf und den schönen Werten ist: Was der Staat über euch beschließt, steht als Erstes fest – und als Zweites werden euch dann noch ein paar nicht weiter wichtige Interpretationen dafür erzählt, wozu euch sowieso keine Alternative gelassen wird. Schon darum ist es keine gute Idee, diese hohen Werte – „Freiheit“, „Frieden“ usw. – gegen den Staat hochzuhalten. Der sagt euch doch gerade an, wofür sie stehen, weil er es so beschließt: An „unserer Freiheit“ ist derzeit das Wichtigste, dass der Moskauer Bösewicht sie „uns“ wegnehmen will; und vom „Frieden in Europa“ sollt ihr vor allem im Kopf behalten, dass es den nur als Leistung überlegener deutscher Militärgewalt gegen den „Kriegstreiber“ im Osten gibt. Nehmt also lieber ernst, dass Pistorius und Co mit diesen Werten aktuell exakt diesen Anspruch an euch als unwidersprechlich präsentieren, den ihr ablehnt. Wir behaupten: „Frieden“ und „Freiheit“ sind die so verlogenen wie total passenden Formeln für den Bedarf des Staates nach Durchsetzung seiner Macht. Also für alle Zwecke, die er machtvoll und wenn es sein muss: eben mit Krieg, auch im Osten Europas, aber gar nicht nur dort, verfolgt. Das wollen wir beim Vortrag zeigen und diskutieren.
Warum Staaten Kriege führen
Kriege entstehen nicht durch irre Politiker oder diplomatische Pannen. Sie sind die logische Konsequenz einer Weltordnung, in der kapitalistische Staaten ihre Interessen mit allen Mitteln durchsetzen (diplomatisch, ökonomisch, militärisch). Dieser Vortrag soll erklären, warum Krieg kein Ausrutscher ist, sondern System hat: das System der imperialistischen Konkurrenz zwischen Staaten, die alle dasselbe wollen und sich dabei zwangsläufig in die Quere kommen.
Genozid als politischer Kampfbegriff
Vortrag mit anschließender Diskussion
Der Begriff Genozid hat seinen Ursprung im internationalen Recht und ist mit dessen Etablierung eng verbunden. Namibia, die Shoa, Ruanda – das 20. Jahrhundert gilt als Jahrhundert der Genozide. Doch mit dem letzten Jahrhundert endete nicht, was als Genozid bezeichnet wird. Ebenso hat sich die Begriffsverwendung über die Jahrzehnten geändert und wirkt weit über den juristischen Bereich hinaus. Begleitet ist die Verwendung von heftigen politischen Debatten und Auseinandersetzungen, in denen nicht selten ebenjene Identitäten eine Rolle spielen, die dem Genozidbegriff als Voraussetzung dienen. Doch was genau bezeichnet der Begriff Genozid eigentlich? In ihrer Verwendung werden gesellschaftstheoretische und juristische Begriffen immer wieder unpräzise genutzt oder vertauscht. Dahinter steht nicht selten das Ziel, Diskurse zu verschieben und gesellschaftstheoretische, sowie historische Zusammenhänge umzudeuten. Darüber hinaus stellt sich für eine Linke die Frage, was von Begriffen wie Völkermord generell zu erwarten ist. Der Vortrag zeichnet die Geschichte des Genozidbegriffes nach und problematisiert seine Verwendung als politischer Kampfbegriff.
Migrationsgesellschaft in Selbstverteidigung – Postmigrantische Kämpfe gegen die autoritäre Wende
Vortrag mit anschließender Diskussion, keine Vorkenntnisse nötig.
Antifaschismus ist ohne Migration nicht denkbar. Migrantische Kämpfe gegen Ausbeutung, für menschenwürdiges Wohnen und Bewegungsfreiheit und für politische Partizipation, die von denjenigen geführt werden, die strukturell entrechtet werden, haben diese Gesellschaft seit über hundert Jahren geöffnet und demokratisiert. Deshalb steht die erkämpfte Migrationsgesellschaft der Faschisierung im Weg und greifen antidemokratische Kräfte weltweit vor allem die Bewegungen der Migration und ihre Subjekte an. Der Rassismus als Motor der Entmenschlichung und Entrechtung dient den autoritären Schließungsprozessen. In der Beantwortung der Frage, wessen Leben zählt, entscheidet sich unser Kampf für eine solidarische Zukunft.
Carearbeit und Reproduktion im Zeitalter der Digitalisierung
Die Carearbeit gilt schon lange als „blinder Fleck“ der Werttheorie. Der alte Kritiker Marx habe die Arbeit zwar als Wertbildend bestimmt, dabei aber einfach übersehen, dass nicht nur in der Fabrik, sondern auch im Haushalt ziemlich viel malocht wird: - vor allem, aber nicht nur - Frauen putzen, erziehen und kochen da nicht weniger Stunden als - vor allem, aber nicht nur – Männer in der Fabrik arbeiten. In diesem Workshop schauen wir uns einmal gemeinsam an, was eine Werttheorie eigentlich erklären will; ob und inwiefern die Begriffe Care- und Reproduktionsarbeit vielleicht gar nicht so identisch sind, wie sie manchmal benutzt werden; und ob die Werttheorie nun eigentlich eine sexistische Blindstelle hat, oder nicht. Vorwissen braucht es nicht unbedingt für den Workshop, aber das Interesse sich der Frage von Care- und Reproduktionsarbeit einmal streng ökonomisch zu nähren.
Der Reichtum der kapitalistischen Gesellschaft: nichts als Schulden – und das ist auch völlig sachgerecht!
Schulden und Kredit haben in dieser Gesellschaft einen schlechten Ruf. Wer Schulden macht, gilt als unsolide, kommt mit dem Geld nicht aus. Dieser Vorwurf trifft sogar den Staat, dem die "schwäbische Hausfrau" die stets mit ihrem Geld auskäme als Gegenbild präsentiert wird.
Der Geldverleih, also das Geschäft der Banken löst einerseits Faszination aus: gigantische Gewinne nur durch Geldgeschäft ohne jede Produktion von Waren oder Dienstleistungen und die Abhängigkeit der gesamten Wirtschaft von der Kreditvergabe der Banken. Andererseits liegt auch immer der Vorwurf nahe, die dort stattfindende Geldvermehrung sei eine Ausbeutung der eigentlich produktiven Teile der Wirtschaft. Auf die Spitze getrieben in der Entgegensetzung von "raffendem" und "schaffenden" Kapital.
Auch Linke sind nicht gut auf die Banken und ihr Geschäft zu sprechen. Sie entdecken zum Beispiel im Zins einen Wachstumszwang, der den Kapitalismus erst richtig schlimm mache.
Dagegen soll im Workshop argumentiert werden. In einer Wirtschaftsweise, die auf Geldvermehrung abzielt, entsteht das Bedürfnis nach Kredit bei den produzierenden Unternehmen. Nur weil sie dieses Bedürfnis haben, gewinnen die Banken, die Bedeutung, die sie haben. Der Zins zwingt der kapitalistischen Ökonomie kein Geldvermehrungsinteresse auf, das sie nicht selbst schon hat. Und so ist es auch völlig sachgerecht, dass das Geld dieser Gesellschaft aus nicht anderem besteht als Schulden. Zu kritisieren sind nicht Banken und Kredit, sondern die Funktionsweise dieser Ökonomie insgesamt.
Rechte Parolen
Nicht nur in Deutschland, sondern in weiten Teilen der Welt sind rechte und rechtsradikale Kräfte auf dem Vormarsch. Grund genug sich dagegen zu wappnen. Bei unserem Workshop bringen wir ein paar rechte Parolen (z.B. "Die Ausländer nehmen uns die Arbeitsplätze weg",...) mit, um gemeinsam mit euch darüber zu diskutieren, was vernünftige Entgegnungen wären. Auch wollen wir uns gängige Einwände gegen rechte Standpunkte anschauen, da es auch an diesen einiges zu kritisieren gibt. Es benötigt keine Vorkenntnisse, sondern nur das Interesse, sich gegen rechte Standpunkte zu Wehr setzen zu wollen.
Unsere Grundthese ist, dass normale patriotische Demokrat:innen die rechten Parolen nicht vernünftig kritisieren können, weil sie zu viele Gemeinsamkeiten mit ihnen teilen (z.B. Den Patriotismus, also das Ziel den eigenen Staat voranzubringen).
Bürgerlicher Staat – was ist das eigentlich? Eine Einführung.
Der bürgerliche Staat: Freiheit, Gleichheit, Privateigentum. Über wenige Dinge gibt es (nicht nur unter Linken) so viele verschiedene Vorstellungen und Theorien, wie über den Staat. Von Gesellschaftsverträgen, auf die man sich irgendwann mal geeinigt hätte, über den Staat als von der Kapitalistenklasse gesteuertes Werkzeug, bis hin zur Behauptung, dass doch eigentlich „wir alle“ der Staat seien, ist da vieles dabei. Ganz schön verwirrend. Der Workshop soll dabei helfen sich dahingehend Klarheit zu verschaffen. Wir wollen uns damit befassen was den bürgerlichen Staat als politische Herrschaft auszeichnet und welche „Leistungen“ er für seine Gesellschaft und Ökonomie erbringt, indem er Freiheit, Gleichheit und Privateigentum durchsetzt. Der Workshop ist als niedrigschwelliger Einstieg gedacht, Grundkenntnisse zur Kapitalismuskritik sind aber natürlich hilfreich.
Die Rolle Polens in der Nato
Seit vier Jahren herrscht Krieg in Osteuropa. Dies hat die geopolitische Situation vieler Länder Europas verändert. Polen spielte von Anfang an eine bedeutende Rolle bei der Unterstützung der Ukraine, sowohl wirtschaftlich, politisch und vor allem militärisch. Außerdem hat es eine sehr hohe Zahl von ukrainischen Geflüchteten aufgenommen und versorgt. Eine weitaus wichtigere Funktion hat Polen, wie auch Rumänien, als logistisches Drehkreuz des Nachschubs von Kriegs- und Versorgungsmaterialien übernommen. Auf Grund der Geschichte der beiden Länder hat Polen Russland nicht erst seit Kriegsbeginn als Bedrohung wahrgenommen und als Konsequenz dessen hat es sein Aufrüstungs- und Militarisierungsprogramm massiv gestärkt. Hierbei spielt das historisch gewachsene enge Bündnis mit den USA eine wichtige Rolle, so werden zum Beispiel ein Großteil der Waffenkäufe Polens in den USA getätigt. Auch in Deutschland und in Westeuropa erfährt die Aufrüstung Polens große Aufmerksamkeit und nimmt in einigen Diskursen eine äußerst wichtige Vorbildfunktion ein, wie zum Beispiel in der Sendung „ZDF Magazin Royal“ von Jan Böhmermann. Wir wollen bei unserer Veranstaltung der Frage nachgehen, ob Polen in den nächsten Jahren zu einem wichtigen geopolitischen Akteur in der Region und Europa wird und was dies für Folgen haben kann. Außerdem wollen wir die Debatten in der polnischen Gesellschaft und der polnischen Linken zum zum Ukraine-Krieg beleuchten.
Kritik des Klassismus-Konzepts
Nach einer Definition ist Klassismus die "Diskriminierung aufgrund der sozialen Herkunft (z. B. Schüler oder Schülerinnen, deren Eltern arm sind) oder der sozialen Position (z. B. Menschen, die auf ALG II angewiesen sind)" (Andreas Kemper)
Es wird kritisiert, dass Kinder von Akademiker*innen bessere Chancen auf gut bezahlte Berufe haben und Kindern von "Arbeiter*innen" von Anfang an in der Schule weniger zugetraut wird, so dass sie in den unteren Bereichen des Bildungswesens (und absehbar auch der Berufshierarchie) enden. Kritiker*innen des Klassismus bemerken auch, dass es einen negativen Blick auf Leute gibt, die beruflich wenig Erfolg haben. Ihnen wird vorgeworfen, dass sie aufgrund von Dummheit oder Faulheit selbst die Schuld an ihrer ungünstigen Lage trügen.
All das gibt es und macht das Leben für die Betroffenen über ihre miese materielle Lage hinaus noch ein Stück unangenehmer. Vertreter*innen des Klassismuskonzepts ziehen aus dieser Beobachtung aber einen verkehrten Schluss:
Die Vorurteile, die es in dieser Gesellschaft über arme Menschen gibt, halten Sie für den Grund der Armut. Das Klassismuskonzept beruht so auf einer ganz radikalen Antidiskriminierungslogik: Wenn es keine Vorurteile gegen arme Menschen mehr gäbe, dann müsste ihnen ja auch der Aufstieg gelingen. Aus der richtigen Beobachtung, dass Anstrengung keinen sozialen Aufstieg garantiert, folgern sie, dass arme Menschen ungerechterweise am Aufstieg gehindert würden. So können sie andauernd über die Folgen der kapitalistischen Konkurrenz sprechen, ohne einmal darüber nachzudenken, warum es diese Konkurrenz mit ihren Gewinner*innen und Verlierer*innen überhaupt gibt.
Wir wollen uns mit diesem sehr speziellen Blick auf die Welt beschäftigen. Wie verwandelt das Konzept des Klassismus die Ergebnisse der Konkurrenz im Bildungswesen und auf dem Arbeitsmarkt in Fragen der Anerkennung und der Chancengleichheit? Was meinen die Klassismuskritiker*innen, wenn sie von Arbeiter*innen sprechen? Und wieso ist diese Betrachtung der Ergebnisse, die die Klassengesellschaft hervorbringt, das gebaute Gegenteil einer Kritik der Klassengesellschaft?
Erinnerungspolitik
Es ist kein Vorwissen nötig.
Ist Deutschland „Erinnerungsweltmeister“? Eine Kritik der deutschen Geschichtspolitik in Bezug auf den Nationalsozialismus. Deutschlands Geschichtspolitik in Bezug auf den Nationalsozialismus ist besonders. Während in vielen Nationen versucht wird, ein positives Bild der „eigenen“ Nationalgeschichte zu zeichnen, dominiert in der BRD mittlerweile das aktive Erinnern und die Scham über die Taten Deutscher. Auf diese Geschichtspolitik sind viele Deutsche stolz. Warum diese Form der Erinnerung ebenso wie die rechtsradikale Variante – die einen Schlussstrich fordert – kritisiert werden sollte, möchten wir diskutieren. Hierfür möchten wir im Workshop nachzeichnen, wie und warum sich die Geschichtspolitik in der BRD nach 1945 gewandelt hat. Im Ergebnis wollen wir aufzeigen, dass sowohl der Zweck als auch der Inhalt der Geschichtspolitik zu kritisieren sind und keine vernünftige Kritik am Nationalsozialismus beinhalten.
Praxis Workshops
Stick & Poke Tattoo
keine Vorkenntnisse nötig
Teilnahme ab 18 Jahren
Du hast Lust, dich selbst oder deine Friends zu tätowieren, hast aber keine Ahnung, wie? Dann kommt zum DIY-Handpoke-Workshop! Es gibt die Materialien, einen kurzen Input und ich stehe euch bei Fragen gern zur Seite. Am besten bringt ihr ein einfaches, kleines Motiv mit (ca. 5x5cm), das ihr vorher schon gemalt habt. Aus diesem macht ihr vor Ort ein Stencil und tätowiert es. Der Workshop findet in einer kleinen Gruppe (max. 15 Menschen) statt.
Radical Care Gang auf dem AMS - Schutz auf dem AMS & Überall
Damit wir uns bei Veranstaltungen wohl & sicher fühlen können, braucht es Institutionen wie Awareness & Schutz. Gerade in unkommerziellen, selbstverwalteten Kontexten mit emanzipatorischem Anspruch stellen sich die Fragen:
wie eine Alternative zur typischen „Security“ aussehen kann, wenn die Aufgaben nicht ausgelagert sondern selbst definiert & personell besetzt werden,
was uns hierfür wichtig ist – also welche Wertvorstellungen wir zu Grunde legen wollen
was wir überwinden wollen, wenn wir an negative & stereotype Beispiele von Schutzbeauftragten bei Veranstaltungen denken
& wie denn eigentlich nun konkret das „Radical Care“ auf dem AMS funktioniert!
Der Workshop soll vor allem darauf abzielen, euch zum Mitmachen zu befähigen. Ihr bekommt alles so vermittelt, dass ihr ohne Vorkenntnisse Schichten bei uns übernehmen könnt. Zum anderen seid ihr natürlich unabhängig von eurer Unterstützung der RCG dazu eingeladen, einfach eurem Interesse am Thema zu folgen. Wir wollen somit als RCG Orga mit euch gemeinsam die Aspekte von Schutz zusammentragen & mit dem RCG-Konzept beispielhaft als Grundlage zur Vorstrukturierung arbeiten. Es soll neben theoretischen Grundlagen & der Erarbeitung von Handlungsansätzen auch praktische Übungen in Form von Gruppenarbeit & Rollenspielen geben, an denen ihr euch beteiligen könnt (aber natürlich nicht müsst!).
Join the Care Gang – wir freuen uns auf euch.
Massenselbstschutz – Gemeinsam sicher auf Anreisen und Veranstaltungen
Keine Vorkenntnisse nötig, Menschen mit Vorkenntnissen zum Thema Schutz aber auch herzlich eingeladen.
Die vielerorts erstarkte rechte Präsenz steigert das Bedürfnis nach Schutz auf Veranstaltungen. Das gilt unter anderem für Veranstaltungen im Rahmen der Pride-Saison, die eine Zielscheibe von Störaktionen durch Jungfaschos sind. Umso wichtiger ist es, Prides und andere linke Veranstaltungen an allen Orten zu stärken, gemeinsam hinzufahren und Seite an Seite mit denjenigen zu stehen, die sich in allen Ecken Ostdeutschlands gegen den queerfeindlichen und rassistischen Normalzustand stellen. Damit wir uns u.a. auf Anreisen und Veranstaltungen sicherer fühlen und auch spezialisierte Schutzgruppen entlastet werden, wollen wir gemeinsam Konzepte für Massenselbstschutz – kollektiver Schutz, an dem alle beteiligt sind - trainieren. Der Workshop wird theoretische Grundlagen und viele praktische Übungen enthalten. Dabei wollen wir unsere Erfahrungen austauschen und lernen, gemeinsam handlungsfähig(er) zu werden.
Body Workshops
Kickboxen für Anfänger*innen
Keine Vorkenntnisse nötig.
Der Workshop „Kickboxen für Anfänger*innen“ bietet euch die Möglichkeit, in die Welt des Kampfsports reinzuschnuppern. Hier könnt ihr neben den geistig anspruchsvollen Diskussionen und Vorträgen des AMS mal wieder mit eurem Körper in Kontakt kommen, eure Grenzen ausloten und Spaß in der Bewegung finden.
Guten-Morgen-Yoga: Wach und gelassen in den Tag! (DE/EN)
MitmachYoga - keine Vorkenntnisse nötig
Keine Lust, verknittert den Tag zu starten? Dann komm zur morgendlichen Yogaeinheit! Ohne fancy Verrenkungen, dafür mit viel Spaß! Wir federn, springen und schwingen uns gemeinsam wach, lassen uns mit ein paar Sonnengrüßen vom Atem bewegen und lösen mit easy Dehnhaltungen Verspannungen. Egal ob beweglich oder mühsamst aus dem Zelt gekrochen – jede*r ist willkommen. Hauptsache, es tut gut! Danach startest du garantiert gut in den Tag, bist aufgetankt und frei im Kopf für die nächsten Workshops und guten Gespräche.
Mitzubringen: Yoga-/Isomatte, Handtuch oder einfach die nackten Füße auf der Wiese.
Tanzworkshop Club- & Street Styles
Keine Vorkenntnisse nötig
In diesem Freestyle Workshop habt ihr die Möglichkeit in den Körper zu kommen, und Ausdruck für Emotionen zu finden. Er kann Außerdem ein erster Einblick in Club- und Streetdance sein. Wir werden euch Grundschritte aus den Stilen Whacking und House zeigen, und euch später zeigen wie ihr selber damit Kreativ werden könnt. Also eine Mischung aus angeleitetem Tanz, und freiem Tanz.
Da Kulturelle Verantwortung, auch ein wichtiger Teil ist, wird es auch einen kleinen Input, zur Geschichte der Stile geben. Die Stiele sind hauptsächlich in Afrodiasporischer, Latinx und Queer Community der 70s in Chicago und LA entstanden, als Ort der Zuflucht und Ausdruck in der Unterdrückung. Getanzt wird auf Disco, House, Funk, RnB, Soul und mehr.
Cis-Männer-Frei Workshops
DJ Workshop
movement Workshops
Zwischen Empowerment und Systemkritik – migrantische Selbstorganisation als antirassistische Praxis
Vortrag mit Erfahrungsberichten. Es braucht keine Vorkenntnisse.
Migrantische Selbstorganisationen leisten mehr als nur Teilhabe: Sie schaffen Schutzräume, fordern Gerechtigkeit ein und stellen bestehende Machtverhältnisse in Frage. In diesem Workshop beleuchten wir migrantische Selbstorganisation als Form politischer Selbstermächtigung und als widerständige Praxis gegen Rassismus. Gemeinsam reflektieren wir über Herausforderungen, Strategien und die transformative Kraft solidarischer Netzwerke.
Between Empowerment and Systemic Critique – Migrant Self-Organization as Anti-Racist Practice
Migrant self-organizations go beyond inclusion: they create safe spaces, demand justice, and challenge structural power relations. This workshop explores migrant self-organization as a form of political empowerment and resistance to racism. Together, we will reflect on challenges, strategies, and the transformative power of solidarity-driven networks.
Eine Feministische Front aufbauen — Es ist an der Zeit, Banden zu bilden.
Es ist eine Diskussionsrunde über Erfahrungsberichte, Wünsche und einer gemeinsamen Entwicklung von Strategie. Es benötigt keine Vorkenntnisse.
Eine Feministische Front aufbauen — Es ist an der Zeit, Banden zu bilden Dieser Workshop richtet sich an alle feministisch Aktiven und Interessierten. Thema ist der Zustand der feministischen Bewegung im deutschsprachigen Raum. Wir wollen Perspektiven und Analysen im Kontext der Idee einer Feministischen Front austauschen. Was ist notwendig, um die feministische Praxis zu stärken? Wo zeigen sich Rückschritte, wo Fortschritte in Feminismen? Wovon brauchen wir weniger, wovon mehr?
Kein Krieg heißt auch kein Kapitalismus!
Interaktiver Vortrag, keine Vorkentnisse nötig
Am 5.12. sind zum ersten Mal tausende Jugendliche auf die Straße gegangen, um sich gegen die Einführung des neuen Wehrdienstgesetztes zu wehren.
Aber warum wurde überhaupt angefangen das einzuführen? Warum taucht seit einigen Jahren mehr und mehr Bundeswehrwerbung in der Öffentlichlichkeit, auf SocialMedia und in unseren Schulen auf? Dafür müssen wir einmal ein bisschen rauszoomen und uns die gesamte Weltlage anschauen!
Für Kinder sorgen ohne (politisch) zu vereinsamen… Ein Raum zum andere Kennenlernen, Austauschen, auskotzen und care feiern!
Keine Vorkenntnisse nötig
Du trägst Sorge für ein oder mehrere Kinder? Du verstehst dich als links, als politisch, als emanzipatorisch und hast die Schnauze voll von Aussagen wie „Ach sobald die Kinder kriegen, ziehen die sich eh alle ins Private zurück und machen nichts mehr politisches“, während Plena grundsätzlich abends und ohne Kinderbetreuung stattfinden, solidarische Strukturen oft fehlen und Elternschaft oder das Leben mit Kindern als luxuriöse Einzelentscheidung abgetan werden? Vielleicht läuft bei dir und in deinem Zusammenhang aber auch alles super mit Kids und Politarbeit?In jedem Fall bist du in diesem Space willkommen, wenn du Lust hast, dich dazu auszutauschen, wie es ist als linker Mensch Sorgearbeit für Kinder zu leisten, Lust hast andere Menschen in ähnlichen Situationen kennen zu lernen und gemeinsam zu überlegen, was es bräuchte, damit große und kleine Menschen zusammen gedacht werden, auch und besonders im linken Strukturen!
Kinder sind herzlich willkommen und stören nicht egal, wie alt wie laut wie bedürfnisstark.